Naturbasierte Infrastruktur


Zusammenfassung

Der Use Case verfolgt das Ziel, naturbasierte Infrastruktur als festen Bestandteil der Siedlungsentwicklung zu verankern. Freiraumgestaltung mit naturbasierten Elementen sollen nicht mehr nur als gestalterische Ergänzung verstanden werden, sondern als funktionale Infrastruktur mit klar definierten Leistungen.

Im zugehörigen Whitepaper wird ein leistungsorientierter Ordnungsrahmen mit Wirkmodell beschrieben, die gesellschaftlichen Ziele wie Sicherheit, Gesundheit, Klimaschutz, Klimaanpassung und Biodiversität in konkrete Massnahmen für Planung und Umsetzung übersetzt.

Die entwickelte Element- und Attributliste zeigt abgeleitet von den vorgeschlagenen Zielen und zugehörigen Faktoren die Grundlagen auf für modellbasierte Planung, Koordination und Umsetzung von naturbasierter Infrastruktur.



Use Case Beschreibung

Im Siedlungsraum bestehen zunehmende Herausforderungen durch Hitze, Trockenheit, Extremwetter bei gleichzeitigem Bevölkerungswachstum und demographischem Wandel. Diese Herausforderungen betreffen insbesondere die Parzellenebene, auf der Strukturen und Materialisierungen bestimmt werden, welche Ökosystemprozesse im Siedlungsraum bestimmen.

Der BIM-Anwendungsfall beschreibt die strukturierte, modellbasierte Integration naturbasierter Infrastruktur in Bauprojekte. Dabei werden Freiraum, Gebäude und technische Systeme als funktional verknüpftes Gesamtsystem betrachtet.

Ausgehend von definierten Wirkungszielen werden Anforderungen an räumliche Strukturen, Elemente und Materialien zur Erbringung der erforderlichen Ökosystemleistungen ÖSL abgeleitet.

Die basierend darauf modellbasierte Vorgehensweise ermöglicht eine frühzeitige Planung, Variantenbildung und Wirkungssimulation sowie die Koordination und regelbasierte Prüfungen. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für Planung, Ausschreibung, Umsetzung und Betrieb.

Basierend auf einem definierten Wirkungsmodell werden im vorliegenden Use Case die Leistungen naturbasierter Infrastruktur planbar, messbar und koordinierbar gemacht.


Lieferleistung / Output

Das zentrale Ergebnis ist ein digitales Koordinationsmodell für „Naturbasierte Infrastruktur“, welches folgende Inhalte umfasst:

  • Definition eines Wirkungsmodells
  • Definierte Wirkungsziele und zugehörige Indikatoren
  • Definition wirkungsrelevanter Elemente (z. B. Oberflächen, Vegetation, Boden, Übergänge)
  • Grundlagen zur standardisierten digitalen Abbildung von Prozessen, Faktoren und davon abgeleiteten Raum- und Elementanforderungen und -leistungen als Attribute
  • Ausweis weiterführender Use Cases basierend auf den definierten Zielkategorien (Freiraumklima und -komfort, Klimaschutz und Ressourcenschonung, Mikroklimaregulation, Wassermanagement, Biodiversität, Schadensprävention)

Input

Für die Umsetzung des Use Cases werden folgende Eingangsdaten benötigt:

  • Projektziele und Anforderungen der Bauherrschaft (z. B. Klimaschutz, Klimaanpassung, Aufenthaltsqualität, Schadensprävention)
  • Standortdaten (Klima, Boden, Wasserhaushalt, Gefährdungen)
  • GIS-Daten zur räumlichen Einbettung
  • BIM-Fachmodelle (Landschaftsarchitektur, Architektur, Ingenieurwesen, Technik)
  • Normen und Richtlinien zu Freiraum, Wasser und Biodiversität
  • Ökosystemleistungsrelevante Daten zu Materialien, Vegetation, Bauteilaufbauten und Konstruktionen
  • Anforderungen an Betrieb und Pflege

Diese Informationen bilden die Grundlage für die Modellierung und Bewertung.

Lebenszyklusphasen

SIA 112

BIM-Ziele/Nutzen

Die Anwendung des Use Cases ermöglicht:

  • Basis für die Integration von Wirkungszielen im Freiraum in frühe Projektphasen
  • Förderung der interdisziplinären Zusammenarbeit
  • BIM-basierte Planung naturbasierter Infrastruktur
  • Verbesserung der Planungs- und Entscheidungsqualität
  • Grundlage für transparente und nachvollziehbare Variantenvergleiche
  • Reduktion von Klima- und Schadensrisiken
  • Optimierung von leistungsorientierten Lebenszykluskosten
  • Grundlage für Monitoring und langfristige Steuerung

Analog zum Referenzbeispiel werden damit Prozesse, Informationsanforderungen und Prüfmechanismen strukturiert definiert.

Abgrenzung

Der Use Case umfasst die systemische Planung naturbasierter Infrastruktur auf Parzellenebene.

Nicht Bestandteil sind:

  • Detaillierte Dimensionierung einzelner technischer Anlagen
  • Reine gestalterische Freiraumplanung ohne Wirkungsbezug
  • Vollständige ökobilanzielle Bewertung
  • Regionale oder strategische Planung auf übergeordneter Ebene
  • Einzelmassnahmen ohne Integration in ein Gesamtsystem
  • Detaillierte Ausformulierung der Informationsanforderungen pro jeweilige Zielkategorie

Der Fokus liegt auf der übergeordneten, integralen, modellbasierten Betrachtung.

Abkürzungen

  • BIM: Building Information Modelling
  • CDE: Common Data Environment
  • GIS: Geoinformationssystem
  • KPI: Key Performance Indicator
  • NBI: Naturbasierte Infrastruktur
  • ÖSL: Ökosystemleistungen

Projektgruppe

Partner

Urheberrecht

Handhabung

Die Dokumente entsprechen der aktuellen Best Practice und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie sind auch nicht im Sinne einer aus rechtlicher Sicht allgemeingültigen Empfehlung oder Leitlinie zu verstehen, sondern soll Auftraggeber und Auftragnehmer bei der Anwendung der BIM Methode unterstützen. Die Use Cases müssen den jeweiligen spezifischen Projektanforderungen angepasst werden. Die hier aufgeführten Beispiele erheben keinen Anspruch an Vollständigkeit. Informationen beruhen auf Erkenntnissen aus der Praxis und sind dementsprechend als Best Practice und nicht allgemeingültig zu verstehen. Da wir uns in einer Phase befinden, in der Definitionen erst entstehen, kann der Herausgeber keine Gewährleistung für die Richtigkeit einzelner Inhalte übernehmen.

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  • Document Type : Use Case
  • GUID : 22FBFD48-FB75-48F6-9E5C-52C84685D86B
  • Identifier : CHE P.5510.01
  • Life Cycle Stage : SIA 112
  • Revision : V1.0.0
  • Project Status : Approved
  • Maturity level : Example
  • Published on: May 25, 2026
  • Last change: May 25, 2026
  • Publisher: buildingSMART Switzerland
  • Author: Nyffeler, Anne

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